| Die ältesten bestickten Stoffe
wurden in den ägyptischen Gräbern gefunden. Mit Beginn der Neuzeit wurde die Stickerei
bevorzugt zu kirchlichen Zwecken verwendet. Vor allem in Klosterschulen und in Bürger-
und Bauernhäusern entwickelte sich eine großartige Stickkunst. Besonders verbreitet
waren Stickteppiche, Wandschmuck und Kleidungsstücke. Die unbegrenzte Wahl von Stickart,
Material und Musterung ließen einen großen Phantasie- und Gestaltungsreichtum zu. Das Teppichsticken erfordert ein hohes Maß an
Konzentration, Genauigkeit und Geschick. Anhand von Farbvorlagen werden die Wollfäden
ausgewählt und jedes Detail eines Musters seitenverkehrt mit der Sticknadel
ausgearbeitet.
Ein fertig bestickter Teppich wird
anschließend in einem Spezialverfahren appretiert und auf der Oberfläche geschoren.
Dadurch entsteht ein dichter, weicher etwa 8mm hoher Wollflor, der die Wirkung der Farben
und Motive reizvoll zu Geltung kommen lässt. Zusätzlich angearbeitete handgeknüpfte
Fransen geben einen besonderen Effekt.
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